Eva Fischer

Autorin von Texten und Bildern

 

 

 

Es kriecht

in jede Ritze

 

muss es denn

gar so neugierig sein

 

das Licht

 

(© 2007)

 

 

Werdegang

 

> Studium der Sozialwirtschaft

> Diplomarbeit zum Thema „Meine Kunst ist Befreiungspolitik!"

   Eine Annäherung an  die Arbeit  von Joseph Beuys aus dem Blick­winkel der Gesellschaftspolitik

> Grundlagenstudium der Kunstgeschichte und der Philosophie

> Lehrgang "Kreative Kultur- und Bildungsarbeit"

> Kunstvermittlung (vor allem im Rahmen des Projekts "Kunstbaukasten")

> seit 2000 Autorin von Texten und Bildern

 

> Bildserien zu verschiedenen Themen in unterschiedlichen Techniken (siehe unter Ergebnisse)

> drei Buchproduktionen (siehe unter Ergebnisse)

> zahlreiche Beiträge in Literaturzeitschriften und Anthologien

> Marianne-von Willemer-Literaturpreis

> Ausstellungen und Lesungen

> Mitglied der Galerie Forum KG Wels

 

> Konzeption und Organisation themenbezogener Gruppenausstellungen

> Konzeption, Organisation und Moderation von Gesprächs- und Arbeitskreisen

Schöneringer Runde

Schreiben zu Bildern

Sammelsurium zu einem Thema

Arbeitskreis Literatur etc.

Werkgruppe Schöner Ring (mit Gabriele Rieß)

Gedichte im Gespräch  

 

 

Ergebnisse seit 2000

 

·        Schnapp. Art, Was der Fall ist, ist oft eine Falle    Objekte

·        Tapptatus, Eine philosophische Abwandlung    Text

·        Nicht zu entgeisternde Leiber, Schnuppern an Rene Descartes    Mischtechniken

·        Also denkt mein Zwerg    Text, Fotos

·        Süden    Textbilder

·        Das Rosa rennt um sein Leben    Textminiaturen, Verlag Bibliothek der Provinz

·        Satzbilder    Collagen

·        Schrift zur Begründung der Bedeutung des Klupperls    Text

·        Warum Hegel am Klupperl hing    Text, Mischtechniken

·        Dialektik, Das Klupperl als Denk- und Gesprächsleitfigur    Objekte, Mischtechniken

·        Kluppomat (ausgeführt von Joachim Fischer)    Objekt

·        Ohrenspitzer    Fotos

·        Bei Bruno in Venedig    Fotos

·        Und überhaupt    Textminiaturen, Verlag Bibliothek der Provinz

·        Liebt mich, liebt mich nicht    Fotos

·        Wahrnehmungssteigerungs/verweigerungs/hilfen   div. Techniken

·        Gedanken wollen heim zum Tier    Mischtechniken

·        Der Vogel siegt, Erkenntnispoetische Thesen    Text

·        Wiesenstücke    Fotos

·        Da im Sein, Extension des Augenblicks    Mischtechniken

·        Vom Aufgehen der Wiesenknöpfe    Textminiaturen, Privatedition Egon

·        Wichtige Blätter    Mischtechniken

·        Ich denke glatt verkehrt, Die logische Wende    Mischtechniken

·        Schwärmen Sie für Kunst? (mit Ulli Stelzer)    Fotos

·        Sofa Sofa, Mein Denkmobil    Text, Mischtechniken, Malerei

·        Im Grünen, Eine literarische Spielerei (mit Peter Assmann)    Verlag Bibliothek der Provinz

·        Wie schmeckt das Hoamatland?    Umfrage

·        Url, Hommage an das Amorphe    Mischtechniken

·        Denken Sie nach oder vor?    Fragensammlung

·        Betti plaudert    Mischtechniken

·        Erkenntnispoetische Aufzeichnungen    Manuskript

 

 

Werkort

Schönering, Hof der Firma Saatbau Linz, Angerweg 19, 4073 Wilhering

 

Wohnort

Pfarrgasse 5, 4062 Kirchberg-Thening

 

Kontakt 

e.fischer@gmx.at

0664 / 4149052

07221 / 63139

www.eva-­­fi­­­­­­­­­­­­­scher.net

 

 

Bildbeispiel    

 

     

DOPPELTE VOGELPERSPEKTIVE aus "Der Vogel siegt", Erkenntnispoesie

 

 

 

Textbeispiele

 

Ich nahm eine Leiter und stieg ins Ungewisse auf. Da war herrliches Weideland. Fruchtige Fragen. Knusprige Rätsel. Wo immer ich hinein­biss, es glückste. Ich zog die Schuhe aus und spreizte meine  Zehen. Zwei mal fünf Antennen für die Welt. Unge­filtertes Begreifen. Der Boden passte sich meinen Fußsohlen an. Je nach­dem, was ihnen zumutbar war, ging ich auf Moos, auf Erde, auf Stein. Und immer auf Sprache.

 

 

Erkenntnis braucht einen Leib, drum steck ich sie ins Federkleid, sagte ich, gab meiner Taube den Segen und öffnete ihr das Fenster. Die Geschichte deines Geistes wird trotzdem keine heilige werden, lästerte Egon. Ich ließ mich nicht beirren, mein Geist suchte Halt im Tier, und auch die Umkeh­rung galt: Mein Vogel wollte geistreich sein. Alles in allem lag mir an einem tirilie­ren­den Seinsbezug. Ich plädierte deshalb für die Ver­bindung, besser noch Verschmel­zung von Ontologie und Ornithologie.

 

 

Manchmal war ich Egon und Egon war ich. Wir tauschten uns gern aus. In diesem, sagen wir reziproken Zustand erfanden wir Kalauer, etwa "Eigensinn biegt Eisending!" Oder  wir stellten kontrastierende Behauptungen auf, sagten zum Beispiel "Du bist, was du tust, denn du bist, was du denkst, und du denkst, was du tust.", um dann das Gegenteil zu vertreten, nämlich "Du bist, was du denkst, denn du bist, was du tust und du tust, was du denkst."

 

 

Die Zeit räkelte sich. Genüssliches löwenmauliges Gähnen. Wir wussten nicht, wer uns diese Wahr­neh­mungs­­weise eingeflößt hatte, mit ihr das Verwei­lenkönnen in der Ent­schieden­heit. Kein Wenn und kein Aber störten das Ja. Es muss eine Magierin sein, sagte ich, wer sonst könnte  uns gleichsam über Nacht den Zwiespalt von der Stirn wischen. Du hast  recht, meinte Egon, dazu ist nur eine Zauber­hand fähig. Und wir ver­suchten, das beglückende Phäno­men zu benen­­nen. Egon sprach etwas pathetisch vom Schulter­schluss der geistigen Pole, ich, um ihm nicht nachzu­stehen, von der Weite der kognitiven Mitte.

 

 

Man servierte uns wieder diesen besonderen Saft, die Essenz. Wir nippten und schon sahen wir Leute mit Seele, Seeleute in kleinen Booten zwischen großen Wellen. Und wenn wir uns die Augen rieben, sahen wir, dass Tiere die Leute begleiteten. Seeleoparden. Es hieß, dass sie Glück bringen, wenn man über sie nachdenkt.

 

 

Meine Stirn berührte eine schnee­weiße Kame­lien­blüte. Lichtbündel. Luxusbündel. Während ich den Kopf langsam drehte, glitt die Blüte über meine Schläfe zum rechten Ohr. Und büschelte es. Schnee­­­­­­­­luchs du, rief Egon vergnügt. Es war Jänner und das Jahr noch ein Meer.